Liebeskummer lohnt sich (nicht)...?

Tipps zum gesunden Umgang mit Liebeskummer 


Selbsttest

Wir starten direkt mit einem kleinen Selbsttest! Du kennst sicherlich den Tik-Tok-Trend: „Mach einen Finger runter, wenn…“. So funktionierts:

Halte alle 10 Finger hoch und lies die Aussagen durch. Für jede Aussage, die auf dich zutrifft, mache einen Finger runter.
 

LET'S GO! Mache einen Finger runter, wenn…

… du schon mal den ganzen Tag auf eine Nachricht gewartet hast und nichts kam.

… die Person, in die du verliebt bist, sich plötzlich anders verhalten hat und du nicht wusstest, warum.

… du schon mal dachtest, „nicht gut genug“ zu sein für eine Person.

… du dich schon mal verstellt hast, damit die Person dich cooler findet.

… du Angst hattest, „zu viel“ für eine Person zu sein.

… du etwas gesagt oder gemacht hast, um einer Person zu gefallen, obwohl es sich nicht richtig angefühlt hat.

… du schon mal einen Korb bekommen hast.

… du schon mal einen Korb geben musstest.

… du das Gefühl hattest, durch jemand anderes „ersetzt“ worden zu sein.

… du schon mal verliebt warst.

Und, wie viele Finger sind unten? ;-)


Egal, wie deine Antworten ausfallen:

Alles davon ist völlig normal und menschlich. Meistens stellt man beim gemeinsamen Ausprobieren dieser Übung fest, dass es allen Beteiligten total ähnlich geht! Und allein das kann ganz schön wohltuend sein: Zu merken, dass die eigenen Gedanken und Gefühle von anderen geteilt werden und ein ganz normaler Teil des Mensch-Seins sind.

Außerdem: Liebeskummer zu haben, heißt vermutlich auch: Du warst oder bist sogar aktuell verliebt! Und ist es nicht schön zu wissen, dass du fähig bist, so ein schönes Gefühl spüren zu dürfen und sich für eine andere Person begeistern zu können? 

Aber klar: wenn dieses Gefühl nicht (mehr) erwidert wird, ist das erstmal traurig. Und wir hören Songs, die unseren Schmerz ausdrücken, wir schauen Filme, um für ein paar Stunden voll im der Traurigkeit aufzugehen. Irgendwie kann das schmerzhaft und schön zugleich sein, oder? Und das ist gut. Schaffe Raum für dein Gefühl und mach das, was dir guttut. Du wirst instinktiv wissen, was das für dich: Weinen? Ablenken? Schlafen? So lange wie nötig alles mit vertrauten Menschen zu analysieren? 


Wann Liebeskummer zum Problem werden kann:

Liebeskummer gehört zum Leben dazu: Nicht immer passen Menschen zusammen, nicht immer mag genau die Person, die man selber mag, einen auch zurück, nicht immer heißt Verliebtsein, dass daraus eine tiefe Beziehung entstehen kann. Und das ist okay. Aber irgendwann heißt es: Loslassen und die andere Person (auch gedanklich!) ziehen lassen.

Wenn das nicht gelingt und der Liebeskummer langfristig über den normalen Schmerz hinausgeht, kann das mehrere Gründe haben. 
Ein Grund kann darin liegen, dass der eigene Selbstwert stark an das Interesse einer Person gekoppelt wird.


Gute Nachricht

Auch, wenn es sich für dich gerade so anfühlt: Dein Wert ist nicht abhängig von dem Interesse oder der Ablehnung einer anderen Person. Generell geht es bei der Partner*innenwahl nicht um den Wert einer Person! Natürlich hat jede*r Dinge, die man an anderen Menschen mag. Aber: ein Mensch ist kein Geldschein! Kein Mensch ist mehr oder weniger wert als der oder die andere. Geht es in Beziehungen nicht viel eher um Dinge wie: Wie gut passen wir zusammen? Wie viel Spaß haben wir miteinander? Können wir uns gegenseitig akzeptieren, wie wir sind? Können wir wir selbst sein? Fühlen wir uns gegenseitig verstanden?

Wenn du jemand bist, der sich oft Dinge fragt wie:
Bin ich gut genug für ihn/sie? Bin ich lustig genug? Schön genug? Usw.,

frage dich stattdessen doch mal:
Was magst DU denn eigentlich an anderen Menschen? Würdest DU wirklich eine Person wollen, die dir einen Wert zuordnet? Die deinen Humor nicht versteht? Die Dinge wie Aussehen darüber entscheiden lässt, ob sie dich als Mensch mag?


Warum sich Liebeskummer manchmal lohnen kann

Liebeskummer kann dir dabei helfen, dich selbst besser kennenzulernen. Er kann dir dabei helfen, als Mensch zu wachsen. Mit jeder Erfahrung lernst du mehr, was dir wichtig ist. Was du magst. Was du brauchst. Was du bereit bist, zu geben. Und auch: Was du nicht willst und was du nicht tolerierst. Wo du Kompromisse eingehen möchtest. Und wo eben nicht.

JA - Liebe ist schön!

… genauso wie viele andere Dinge auf der Welt!
Hier sind ein paar Impulsfragen, die dir helfen können, herauszufinden, was dich abseits vom Thema Liebe & Beziehungen erfüllen kann.

Welche Hobbies erfüllen dich?
Mit wem verbringe ich gern meine Zeit?
Welche Tätigkeit könnte mir Spaß machen?
Mit wem kann ich ich selbst sein?
Bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit?
Über welches Thema kann ich 30 Minuten einen Vortrag halten, ohne mich darauf vorzubereiten? 
Was kann ich gut? Was kann ich (noch) nicht gut?
Was würde ich gerne lernen? 
Welche Werte sind mir wichtig?