Recap Osterferienprogramm 2026

Eine ereignisreiche Ferienwoche der Jugendpflege

Wie verbringt man die Zeit nach Ostern am besten?
Ganz klar: mit Menschen, die einem helfen, die Langeweile zu vertreiben – und mit denen man richtig etwas erleben kann.
Unter diesem Motto haben sich 16 junge Menschen aus dem Regionalverband für das diesjährige Osterferienprogramm der Jugendpflege angemeldet. Denn: Für eine gute Zeit braucht es nicht nur tolle Leute, sondern auch ein Programm, das Spaß macht, Neues vermittelt und für echte Erlebnisse sorgt.
Los ging es am Dienstag – wie jeden Morgen – mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach wurde die freie Zeit genutzt: Es wurde Uno gezockt, Basketball gespielt und Vieles mehr.
Mittags gab es leckere Pizza, während die Vorfreude auf die Olympiade am Nachmittag immer größer wurde.

Bei der Olympiade waren ganz unterschiedliche Fähigkeiten gefragt, wie zum Beispiel Geschicklichkeit, Wissen, Schätzvermögen, Schnelligkeit beim Malen oder ein guter Geruchssinn.
Vier unerschrockene Teams traten gegeneinander an, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Nach einem spannenden und intensiven Wettbewerb konnte sich schließlich die Gruppe „Keine Ahnung“ den Sieg sichern – vor den zweitplatzierten „Stitchies“. Dahinter folgten „die Franzosen“ und die „Six-Sevener“. Am Ende war es dann doch ein sehr enges Ergebnis und es bedurfte einer genauen Auszählung der Punkte. 
So ging der erste Tag wie im Flug vorbei – und die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß.

Der Mittwoch begann wieder mit einem gemeinsamen Frühstück. Dieses Mal wurden zusätzlich Lunchpakete vorbereitet, denn es ging zum Hofgut Both in Geislautern.
Dort stand ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm: ein Tag mit Pferden.
Nach einer herzlichen Begrüßung lernten wir zunächst den Hof kennen. Neben Pferden leben dort auch Gänse, Hühner und Hunde. Natürlich durften die ersten Streicheleinheiten nicht fehlen – besonders ein ehemaliges Therapiepferd genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Als kleines Dankeschön halfen die Kinder beim Saubermachen des Paddocks und bekamen anschließend eine spannende Einführung in das „Pferde-Einmaleins“.

Danach ging es in die große Reithalle, wo die Pferde gestriegelt wurden. Das absolute Highlight war natürlich das Reiten selbst: Unter fachkundiger Anleitung wurden die Kinder durch einen Parcours geführt – und man konnte in viele strahlende Gesichter blicken. Zum Abschluss wurden noch einige Erinnerungsfotos mit den Pferden gemacht.

Am Donnerstag war dann Kreativität gefragt.
Nach dem Mittagessen – auf Wunsch der Kids gab es Hot Dogs - kam ein Graffitikünstler vorbei. Unter seiner Anleitung gestalteten die Kinder ihre eigenen Leinwände mit Spraydosen.
Ob Universum oder Sonnenaufgang – die Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen. Alle konnten stolz auf ihre Kunstwerke sein.

Am letzten Tag ging es nach Merzig ins Trampolini.
Ein echtes Paradies für Kinder: Hier konnte gesprungen, getobt und gemeinsam gelacht werden. Neue Tricks wurden ausprobiert und jede Menge Spaß erlebt.
Ein rundum gelungener Abschluss einer tollen Ferienwoche!

Wer beim nächsten Mal dabei sein möchte: Einfach unsere Nummer speichern und unseren WhatsApp-Status im Blick behalten – dort gibt es immer die neuesten Infos zu kommenden Aktionen.

Fachlicher Exkurs: Gruppendynamik 

In der Osterferienwoche ist uns bei unserem Ferienangebot besonders aufgefallen, wie harmonisch sich die Gruppe entwickelt hat.
An dem Programm nahmen 16 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren teil. Es gab zunächst keinen gemeinsamen Nenner: Die Kinder kamen aus unterschiedlichen Stadtteilen, die Gruppe war gemischtgeschlechtlich und viele kannten sich vorher nicht. Trotzdem entstand überraschend schnell ein funktionierendes Miteinander. Natürlich gab es anfangs Hemmungen und kleine Startschwierigkeiten. Doch bereits bis zum Mittagessen war eine klare Gruppendynamik erkennbar. Es entwickelte sich beispielsweise eine feste Sitzordnung, die über die gesamte Woche hinweg bestehen blieb und von den Kindern selbst eingehalten wurde. Auch Interessensgemeinschaften bildeten sich ganz von allein – so, wie man es im Vorfeld kaum hätte planen können. Die Kinder spielten miteinander ohne Berührungsängste, ohne Vorurteile und ohne Bedenken. Dieses offene Miteinander blieb über die gesamte Woche stabil.

Dabei wurde uns erneut bewusst, wie wichtig Gruppenerfahrungen für junge Menschen sind – insbesondere solche, in denen sie ihren gewohnten „Safe Space“ verlassen und eine neue Gruppe entsteht.
Genau diese Prozesse finden in unseren Ferienfreizeiten und -angeboten statt. Sie beginnen oft ganz einfach: mit dem Aufbau neuer sozialer Kontakte. Die Kinder lernen neue Menschen kennen, und gerade die Vernetzung innerhalb der Peergroup (also mit Gleichaltrigen) spielt dabei eine zentrale Rolle. Diese Beziehungen unterscheiden sich deutlich von Familie oder Schule und haben deshalb eine besondere Bedeutung. Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist das enorm wichtig. Es bietet Raum für informelles Lernen – also Lernen außerhalb klassischer Bildungsorte. Ein großer Teil unserer Bildung entsteht durch solche informellen Prozesse. Sie entwickeln sich vor allem durch Interaktionen mit Gleichaltrigen, wie sie in Schule oder Familie oft so nicht möglich sind.

Gleichzeitig beobachten wir, dass das Thema Einsamkeit bei jungen Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Ursachen dafür sind vielfältig, zum Beispiel intensive Mediennutzung, belastende Lebensphasen, sozialer Druck oder Leistungsanforderungen. Studien zeigen, dass Einsamkeit das Risiko für Depressionen und Angststörungen erhöhen und sich negativ auf die psychosoziale Entwicklung sowie das subjektive Wohlbefinden auswirken kann.

Gruppenerfahrungen sind dabei kein Allheilmittel – aber sie können ein wichtiger Baustein sein. Schon der Aufbau realer sozialer Kontakte kann Isolation entgegenwirken. Kinder erleben Wohlwollen, können Gefühle und Bedürfnisse innerhalb der Gruppe ausdrücken und erfahren dadurch Selbstwirksamkeit. Der Austausch mit Gleichaltrigen ermöglicht es, gemeinsame Interessen zu entdecken und Entlastung zu erleben. Entwicklungsbedingter Druck kann dadurch reduziert werden. Gleichzeitig lernen die Kinder, eigene Stärken zu erkennen und gezielt einzusetzen – und auch, dass es völlig in Ordnung ist, sich Hilfe zu holen, wenn man allein nicht weiterkommt.
Zusammengefasst lässt sich sagen: Es ist von großer Bedeutung, dass Kinder und Jugendliche in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen und sich aktiv mit ihnen auseinandersetzen.