Btw, so ging es mir damals wirklich
Sonniger Urlaub, breites Lächeln, perfektes Foto. Darunter steht: „btw, an dem Tag habe ich richtig doll gestruggelt." Oder: „btw, mein Freund und ich hatten gerade den schlimmsten Streit."
Genau das ist der btw-Trend, der gerade auf Instagram und TikTok die Runde macht. Menschen posten alte Fotos von Momenten, die nach außen hin total glücklich aussehen – und verraten dazu ehrlich, wie es ihnen in dem Moment wirklich ging.
Warum dieser Trend so wichtig ist
Wir alle kennen das Gefühl: Man scrollt durch den Feed und denkt: "Die haben alle so ein cooles Leben. Die sehen alle so gut aus. Die haben immer Spaß. Tausend Freund*innen. Eine glückliche Beziehung. Gute Noten. Eine unterstützende Familie" Und dann fragt man sich: "Warum bin ich eigentlich die einzige Person, bei der nicht alles so easy läuft?"
Das Tolle an dem btw-Trend? Er erinnert uns daran, dass das Foto nie die ganze Geschichte ist.
Denn: Die meisten Menschen posten bewusst Fotos von glücklichen Momenten. Man fotografiert automatisch eher dann, wenn man gerade auf einem tollen Geburtstag ist, mit Freund*innen umgeben, und wenn man sich an dem Tag besonders wohl in der eigenen Haut fühlt. Doch was man häufig vergisst: Oft werden genau dann Fotos gepostet, wenn man sich besonders schlecht fühlt - einfach, weil es in solchen Momenten guttut, ein Like zu bekommen, eine Reaktion, ein nettes Kompliment.
Kurz nachgedacht:
In welchen Momenten fühlt ihr den Drang zu posten?
Was erhofft ihr euch davon – ein Like, eine Reaktion, das Gefühl, gesehen zu werden?
Und warum sollte das bei anderen anders sein?
Was der Trend aber auch offenlegt...
Sobald du die App öffnest, betrittst du eine Scheinwelt. Was du siehst, sind Fotos. Was du nicht siehst, sind die realen Gefühls- und Gedankenwelten von Menschen. Was du nicht siehst, sind Lebenswege, die wahrscheinlich genauso Höhen und Tiefen haben wie andere Lebenswege auch.
Vergleichen bringt dich nicht weiter
Sich zu vergleichen ist menschlich und kann in vielen Fällen positive Effekte haben, zum Beispiel wenn dich jemand inspirieren oder dir als positives Vorbild dienen kann.
Vergleichen kann aber auch zerstörerisch sein, nämlich dann, wenn du dich mit den Hochglanz-Versionen anderer vergleichst, und daraus negative Schlüsse über dich und dein Leben ziehst.
Du darfst dir merken:
Was du auf Social Media siehst, ist nie die ganze Wahrheit. Es ist nur ein kleiner Bruchteill der Realität.
Und der btw-Trend macht das sichtbar.
Tipps:
Entfolge Accounts, die dir ein schlechtes Gefühl geben!
Nutze Zeitmanagement-Tools und lege tägliche Zeitlimits fest, wenn du merkst, dass du das Scrollen nicht lassen kannst, obwohl es dir nicht guttut.
Halte zwischendurch inne und frage dich ehrlich: Geht es mir gerade noch gut hiermit?
