Vriendschap · Amitié · Freundschaft · Friendship

So schön war unsere internationale Jugendbegegnung in Port Barbe 

Tag 1

Am Montagmorgen ging die Reise los für 10 Jugendliche und 2 Betreuer*innen nach Nantes. Mit dem Zug ging es über Paris in die im Westen Frankreichs gelegene Großstadt. Dort angekommen ging es direkt weiter nach Port Barbe, einem Outdoor-Gelände in La-Chapelle-Sur-Erdre. Dort haben wir uns erstmal mit dem Gelände vertraut gemacht und unsere Zelte bezogen. Später haben wir uns als Gruppe zusammengesetzt und gemeinsame Regeln, Essensplan und Verteilung der Dienste auf große Plakate geschrieben. Zum Tagesausklang stand Kochen und Spielen auf dem Programm. Die ersten Namen waren gelernt, die ersten Lacher geteilt - bereit für Tag 2! 

 

Tag 2

Nach dem Frühstück wurde es direkt sportlich: Es wurde Kinball gespielt. Klingt easy, wars aber nicht ganz - vor allem, weil wir natürlich alle unterschiedliche Sprachen gesprochen haben und die Regeln des Spiels erstmal bei allen ankommen mussten. Wie es dann doch geklappt hat? Mit Händen und Füßen, Englisch, ChatGPT und sprachbegabten Mehrsprachler*innen, die sich stets um Übersetzungen bemühten. 

Nach dem Mittagessen sind wir in die Stadt gefahren, nach Nantes. Dort stand eine Stadtrallye an - bei brütender Hitze, muss man dazu sagen, weshalb wir die Stadtrallye etwas verkürzt haben. 

Abends wurde wieder gekocht, und dieses Mal mit klarer Aufgabenverteilung: Jede*r hatte ihren bzw. seinen Dienst - ob im Communications Team, Dishes Team, Storage Team oder Kitchen Team. Hier hieß es solidarisch sein und mit anpacken, denn nur wenn jede*r mitmachte, konnten wir als Gruppe funktionieren! 

Das abendliche Event wurde am heutigen Tag von Team Frankreich geplant: Wir spielten alle zusammen das Spiel Activity und jede*r durfte vorher Namen von bekannten Persönlichkeiten aufschreiben. Menschen, von denen man dachte, dass die anderen sie auch kennen. Geraten wurde dann durch Pantomime oder Erklären. Spoiler: Gefühlt neunzig Prozent der Zettel waren Fußballspieler! 

 

 

Tag 3

Der Morgen begann sportlich auf dem Wasser: Da unser Camp direkt an der Erdre lag, sind wir mit Kanus auf den Fluss raus. Ein schöner, sportlicher Start in den Tag, bevor es nach dem Mittagessen richtig bunt wurde! 

Der Nachmittag stand unter dem Stern: Team Belgien! Wer wollte, konnte sich die belgische Flagge aufmalen lassen, und sowohl die belgischen Betreuer*innen als auch Jugendliche hatten viele belgische Accessoires im Gepäck. Sie haben echt eine super Stimmung und Energie und definitiv auch Lust auf die belgische Kultur verbreitet!! Passend dazu gabs das Spiel "The Handwork from the Port of Antwerp". Belgien ist in zehn Provinzen aufgeteilt, jede mit eigenen Spezialitäten, die in alle Welt exportiert werden. Der Hafen von Antwerpen, immerhin der zweitgrößte Europas, spielt dabei eine zentrale Rolle für die belgische Wirtschaft.


Im Spiel bekam jedes Team eine Provinz zugeteilt und musste versuchen, möglichst viele Spezialitäten über den Hafen zu exportieren. So einfach war das aber nicht: Erst musste man beim Customs Office und Document Office die nötigen Papiere besorgen, und für den Export brauchte man natürlich auch Geld – zu holen bei der Bank. Nur: Um an das Geld zu kommen, mussten die Gruppen Aufgaben erledigen, die sich die Bankangestellten (gespielt von unseren Betreuer:innen) mehr oder weniger willkürlich ausgedacht hatten.

Das Spiel war eindeutig eines der Highlights der Woche – die perfekte Mischung aus Kreativität, Bewegung und Strategie. Vor allem bei den Challenges ums Geld wurde ordentlich gelacht. 

Abends gab es dann ein typisch belgisches Gericht: "Balletjes in tomatensaus und puree". Lecker!

Tag 4

Am vierten Tag gings raus ans Meer, zum circa 1 Autostunde von Port Barbe entfernten Badeort La Bernerie-en-Retz. Dort haben wir Stand Up Paddling ausprobiert, was allen ziemlich viel Spaß gemacht hat! 

Mittags gabs Picknick im Park (recht typisch französisch: belegte Baguette-Sandwiches). Nachmittags bummelten wir durch den kleinen Badeort und schauten uns nach Souvenirs und natürlich Eis um! 

Abends, nach dem Essen, gings dann los mit Teil 1 des deutschen Abends. Drei Jugendliche aus der deutschen Gruppe haben sich den Abend komplett allein ausgedacht, vorbereitet, moderiert und durchgeführt: Wir spielten Topfschlagen! Für die anderen Nationalitäten war das vorbereitete Spiel völlig neues Terrain, inklusive der Süßigkeit, die unter den Töpfen versteckt war: Brausepulver. Spiel und Süßigkeit kannte hier wirklich niemand, und die Reaktionen waren entsprechend lustig. 


Tag 5

Mit der Straßenbahn gings nach Nantes, zu Les Machines l'île. Dahinter steckt ein französisches Ausstellungsprojekt, das die mechanischen Objekte der Performance-Gruppe "La Machine" in einer alten Hafenhalle zeigt – darunter der riesige mechanische Elefant Le Grand Éléphant und die Spinne La Princesse. In manche der Objekte konnte man sogar reinsitzen. Leider war die Führung fast komplett auf Französisch, sodass für viele von uns einiges verloren ging.

Danach hatten wir Tickets fürs Carrousel des Mondes Marins direkt nebenan. Drei Karussells übereinander, jedes mit einer eigenen Meeresebene – Meeresgrund, Tiefseegraben und Wasseroberfläche. Man konnte sich aussuchen, in welcher Etage und in welchem Objekt man mitfährt. Während der Runden musste man selber aktiv werden und verschiedene Hebel bedienen.

Nach dem Lunch gabs freie Zeit in Nantes. Zwischendurch haben wir uns alle nochmal getroffen, um zusammen Eis zu essen, bevor es zurück nach Port Barbe ging.

Nach dem Abendessen folgte Teil 2 des deutschen Abends: Unsere Gruppe hatte ein Quiz mit Bildern aus verschiedensten Orten vorbereitet, und die Belgier und Franzosen mussten in Gruppen raten, ob das jeweilige Bild einen Ort in Deutschland zeigt oder nicht. Danach war Party angesagt – "La Boum". Für uns Deutsche war es der letzte Abend, entsprechend wurde nochmal richtig getanzt und gelacht.


Tag 6

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Rückreise. Gepäck packen, Zelte sauber hinterlassen, die letzten Spuren der Party von der Nacht zuvor beseitigen – dann gabs noch gemeinsam Mittagessen. Danach der emotionale Teil: Die Teilnehmenden, die noch bis Sonntag blieben, haben uns richtig liebevoll verabschiedet und ein Spalier gebildet, durch das wir alle einmal durchlaufen durften. Ein schöner, warmer Abschluss für eine intensive Woche.

Mit der Straßenbahn gings zum Bahnhof, von dort weiter Richtung Paris. Und dann kam der Schock: Unser Zug blieb ewig auf offener Strecke stehen, den Anschlusszug in Paris haben wir dadurch verpasst. Und plötzlich fuhr gar nichts mehr Richtung Saarbrücken.

Zum Glück gab es dann die rettende Nachricht: Der Vater eines Teilnehmers erklärte sich bereit, uns mit einem Kleinbus in Paris abzuholen. Hallelujah! Ohne ihn hätten wir wohl in Paris festgesessen. So kamen wir statt Samstagabend um 21 Uhr erst Sonntagmorgen um 6:30 Uhr in Saarbrücken an – müde, aber alle sicher zuhause. Und das ist am Ende, was zählt.

Fazit

Es war einfach eine tolle Woche! 

Viel Bewegung, tolle Aktivitäten, jede Menge Spiele – und den ganzen Tag über waren wir als Gruppe zusammen. Jede*r hat Verantwortung übernommen, nicht nur für sich selbst, sondern für die ganze Gemeinschaft.

Am schönsten war vielleicht, wie sehr sich am Ende alle durchmischt hatten und wie gut man sich untereinander verstanden hat. Dabei sind sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zutage getreten – manchmal auf überraschende Weise. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass die Belgier plötzlich einen Tanz zum deutschen Lied "Das rote Pferd" aufführen würden?

Es wurde viel verglichen: Wörter ("Wie heißt das bei euch?"), Gewohnheiten ("Wie ist das bei euch?") und natürlich wurden auch reichlich Spitznamen verteilt – meistens nach berühmten Fußballspielern. Manchmal wurde es aber auch ernster und richtig politisch, etwa bei einem Vortrag zum Thema Feminismus, den zwei Teilnehmerinnen auf absoluter Augenhöhe mit der Gruppe gehalten haben.

Es bleiben viele schöne Erinnerungen und neue Freundschaften. Und natürlich das ein oder andere Wort auf Französisch, Flämisch und Englisch! 

Die Freizeit war eine Kooperation des Regionalverbands Saarbrücken, der Landeshauptstadt Saarbrücken, Accoord Nantes und Kazou Antwerpen. Sie wurde gefördert durch Erasmus +.