FSJ oder BFD im Jugendzentrum?

FAQ zum Thema Freiwilligendienst in der Jugendarbeit

Ob zur Orientierung vor dem Berufseinstieg oder zur Überbrückung der Wartezeit auf Ausbildung oder Studium. Viele junge Menschen möchten sich sozial engagieren. Etwa um die eigenen Fähigkeiten besser kennen zu lernen oder einen Einblick in die Arbeit sozialer Einrichtungen zu bekommen. Ein Freiwilligendienst bietet genau diese Möglichkeit – auch beim Regionalverband, in den Jugendzentren.  Alles Wissenswerte dazu findest du in unseren FAQ zum Freiwilligendienst.

1. Was ist ein Freiwilligendienst?

Freiwilligendienste sind besondere und geregelte Formen des bürgerschaftlichen Engagements. Bürgerschaftliches Engagement heißt, verantwortlich für sich und für die Gemeinschaft zu handeln.

Ein Freiwilligendienst ist eine Art vergütetes Langzeitpraktikum in einer gemeinwohlorientierten Einrichtung. Du unterstützt die dortigen Abläufe und Aufgaben und erweiterst so deine sozialen, persönlichen und fachlichen Kompetenzen im sozialpädagogischen Arbeitsfeld. So kannst du herausfinden, ob dieser Arbeitsbereich zu dir passt.

„Ich habe 2021 mein Freiwilliges Soziales Jahr beim Regionalverband Saarbrücken begonnen, um mich beruflich zu orientieren. Derzeit bin ich in einem Jugendzentrum. Besonders interessant finde ich, dass man sehr viel über andere Menschen lernt, sich dadurch jedoch auch mit sich selbst beschäftigt und seine Persönlichkeit weiter entwickeln kann. Es ist sehr schön, dass ich meine eigenen Fähigkeiten mit einbringen und ausbauen kann. Nach meinem FSJ möchte ich auf jeden Fall mit Menschen arbeiten und einen Studiengang in diese Richtung einschlagen.“

Janice, 22 Jahre

2. Wie sieht das FSJ in einem Jugendzentrum aus?

Die Jugendzentren des Regionalverbandes Saarbrücken wenden sich mit ihrem Angebot schwerpunktmäßig an Kinder, Jugendliche und junge Volljährige. Jugendzentren sollen Kindern und Jugendlichen Räumlichkeiten bieten, in denen sie sich treffen und selbstbestimmt ihre Freizeit gestalten können.  Ziel ist es, ein positives Umfeld unterschiedlichster Jugendkulturen und Jugendcliquen zu ermöglichen. Ausgrenzung soll entgegengewirkt werden. Alle sollen ins tägliche Geschehen und langfristige Planungen einbezogen werden. Hierfür gibt es in allen Jugendzentren Fachkräfte. Deren Aufgabe ist es, Angebote und Räumlichkeiten offen für die Bedürfnisse ihrer Besucherinnen und Besucher zu halten.

Die Freiwilligendienstleistenden unterstützen die Fachkräfte, indem sie:

  • im offenen Bereich der Jugendzentren mitarbeiten
  • Freizeitaktivitäten gemeinsam mit ihnen und den Jugendlichen organisieren und durchführen
  • Formen der Mitbestimmung durch die Jugendlichen in einem Jugendzentrum unterstützen
  • soziale (Lern-)Prozesse in einem Jugendzentrum mitgestalten
  • eigene Fertigkeiten, Fähigkeiten und Neigungen in den Mitarbeiterpool einbringen, indem sie eigene Projektideen umsetzen
  • bei Events, Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen (Konzeption, Planung, Durchführung, Logistik) helfen
  • Vernetzung mit anderen Institutionen und Akteuren im Bereich der Jugendarbeit unterstützen

„Durch das Freiwillige Soziale Jahr im Jugendzentrum erhalte ich einen Einblick in organisatorische Arbeitsstrukturen und bekomme die Erfahrung wie man am besten im Team miteinander arbeitet und kommuniziert. Ich bin der Meinung, dass mir das FSJ bei der Berufsorientierung geholfen hat und es mir dadurch die Sicherheit gegeben hat auch Soziale Arbeit studieren zu wollen. Man weiß nie so recht, wie viele Besucher*innen am Tag da sind und erst recht nicht, was sie an Themen mitbringen. Es freut mich, wenn ich für die Besucher*innen ab und an ein offenes Ohr anbieten kann. Gleichzeitig freut es mich, die Persönlichkeitsentwicklung bei einzelnen Besucher*innen mit der Zeit mitzuerleben. Ich kann es empfehlen, dieses FSJ/BFD zu machen. Erst recht, wenn man noch nicht weiß, was man z.B. während der Übergangszeit nach dem Schulabschluss machen will. Genauso auch, falls man Interesse hat einen Einblick in die Soziale Arbeit und in die Arbeit des Regionalverbandes zu erhalten.“
Sascha, 18 Jahre

3. Wer kann so einen Freiwilligendienst machen?

Prinzipiell volljährige, junge Menschen. Beim Regionalverband Saarbrücken gibt es zwei Formen: Das freiwillige soziale Jahr (FSJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD), der seit Abschaffung des Wehrdienstes 2011 den Zivildienst ersetzt. BFD und FSJ unterscheiden sich inhaltlich und in den Rahmenbedingungen kaum. Es gibt lediglich ein paar Unterschiede in der Organisation. Ein FSJ ist von 18 bis 26 Jahren möglich. Der Bundesfreiwilligendienst hat keine Altersgrenze. Dadurch können auch Erwachsene über 26 einen Freiwilligendienst leisten. In den Einsatzstellen beim Regionalverband Saarbrücken können nur volljährige Freiwillige eingesetzt werden. Grund hierfür ist, dass die Jugendzentren nachmittags bis in die späten Abendstunden geöffnet haben und somit das Jugendarbeitsschutzgesetz greift.

"Ich mache mein Freiwilliges Soziales Jahr in einem der größten Jugendzentren des Regionalverbandes. Nach meinem Fachabitur habe ich das FSJ begonnen um meine Interessen zu stärken und um zu überprüfen, ob ich wirklich im Sozialen Bereich arbeiten möchte. Die alltägliche Arbeit in einem Jugendzentrum ist sehr facettenreich. Im ersten Moment geht jeder seiner Lieblingsbeschäftigung nach oder es entwickeln sich tolle Gespräche und Momente, aber im nächsten Moment kann es auch Konflikte geben. Hier gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und den Konflikt zu lösen. Man lernt sich in Geduld zu üben, ob mit einem selbst oder bei anderen und Unsicherheiten werden nach und nach überwunden. Ich habe wertvolle Erfahrungen sammeln können und denke, dass ich ein Studium im sozialen Bereich anfangen möchte.“

Jenny, 21 Jahre

4. Wie sehen die Rahmenbedingungen aus?

Du bekommst monatlich 370 Euro Taschengeld und bist sozial abgesichert. Außerdem stehen dir 29 Tage Urlaub im Jahr zu. Bei uns im Jugendamt gibt es jemanden, der jederzeit für deine offenen Fragen bereitsteht.

Zusätzlich gibt es ein Fortbildungsangebot in Form von 25 Seminartagen. Mögliche Themen:

  • JuLeiCa­ Schulung (JugendleiterInen Card)
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Gender und Vielfalt
  • Nachhaltigkeit
  • Klimawandel
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Argumentations-, Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining
  • Gruppen- und Erlebnispädagogik
  • Workshops zu Hate Speech und Fake News
  • Berufsberatung und Bewerbertraining und vieles mehr.

Die Mindestdauer des Dienstes beträgt sechs Monate, die Höchstdauer 12 Monate. Eine Verlängerung bis zu 18 Monaten ist möglich. Du erhältst ein Zeugnis für deinen erfolgreich abgeschlossenen Dienst. Ein FSJ ist nur einmal möglich. Ein BFD kann mehrmals geleistet werden - jeweils im Abstand von fünf Jahren.

5. Wann startet ein Freiwilligendienst?

Der Freiwilligendienst bei uns in den Jugendzentren kann im September / Oktober / November begonnen werden. Du solltest dich spätestens zwei Monate vorher beworben haben.

6. Wie kann ich mich bewerben?

Grundsätzlich brauchen wir von Dir:

  • ein Anschreiben, aus dem hervorgeht, warum Du einen Freiwilligendienst im Jugend­zentrum machen willst
  • einen tabellarischen Lebenslauf
  • eine einfache Kopie des letzten Schulzeugnisses (nicht beglaubigt)
  • Passkopie mit Aufenthaltsstatus bei Bewerbenden mit ausländischen Pass

Deine Bewerbung kannst du uns gerne per Email zusenden oder auf der Homepage hochladen. Du kannst deine Unterlagen auch per Post zuschicken. Achte bitte dann darauf keine Bewerbungsmappen, Hefter, Klarsichthüllen oder Heftstreifen mitzuschicken.

Kontakt:
Regionalverband Saarbrücken
FD 51 Jugendamt
Abteilung 51.5 Kinder- und Jugendarbeit

Frau Daniela Mücke
Europaallee 11
66113 Saarbrücken
Telefonnummer: 0681 506 5126

Email-Adresse:
Homepage: www.bufdi.cx / www.rvsbr.de